Yanbekova A.R. Sedykh T. A.
Die baschkirische staatliche
landwirtschaftliche Universität
Der Einfluss der Klimabedingungen auf die
Arbeitsqualitäten der Hunderassen
Deutscher Schäferhund und Labrador
In der gegenwärtigen
Phase ist die vielversprechenste Hunderasse, die in den
Strafverfolgungsbehörden anderer Länder aktiv verwendet wird, die des
Deutschen Schäferhunds. In Belgien,
Deutschland, den Niederlanden und anderen europäischen Ländern sowie
in den USA, Kanada und Australien wird der Deutsche Schäferhund
hauptsächlich als Arbeitshund für den Personenschutz, für die
Fährtenarbeit, den Polizeidienst, für die Suche und die Rettung von
Menschen sowie der sportlichen Arbeit eingesetzt.
Die Adaptationsmöglichkeiten der Hunde,
besonders, die der professionell ausgebildeten, sind derzeitig noch nicht
ausreichend erforscht. Die Mehrheit der Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kynologie sehen die Besonderheit der Arbeitsqualitäten von Diensthunden in
ihrer Erscheinungsform bei verschiedenen Klimabedingungen (W.J. Krutowas, 2000; L.B. Melnikow, 2002; G.W.
Kolzow, E.K. Melnikows, 2001; I.A. Egorytschew, D.A. Fatins, 2009).
Ein Ziel der Forschungen war der Vergleich der
Adaptationsmöglichkeiten und der Arbeitsqualitäten zwischen dem
Labrador und dem Deutschen Schäferhund; außerdem die
Einschätzung der Möglichkeit der weiteren Verwendung der Hunde und
die Richtung der effizientesten Nutzung der Hunde in den verschiedenen
Jahreszeiten.
Die Methodik der Forschungen. Für die
Kontrolle des Befindens der Tiere wurden ihre Reaktionen auf eine erhöhte
und verminderte Temperatur durch folgende klinische Kennziffern in den
heißesten Sommer- und kältesten Winterperioden bestimmt: die Temperatur
des Körpers – rektal, die Pulsfrequenz – Sondierung der Hüftaterie, die Frequenz der Atmungen – visuell. Die
Außentemperatur war bei der Messungsdurchführung im Sommer circa
28°C und im Winter -27°C.
Die Arbeitsqualitäten wurden mit Hilfe der
Beispiele aus den Dressurkursen ausgewertet: Die Aufgabe bestand darin
Gegenstände und Menschen durch die Geruchsspur zu erkennen und die
Geruchsquelle zu finden – die Zeit wurde mit Hilfe einer Stoppuhr gemessen.
Ebenso wurde im Außenexperiment die Bestimmung der Schnell- und
Kraftkennziffern durchgeführt. Die Anpassung der Tiere an die
Umweltbedingungn wurde mittels ihrer Haardecke in der Winterperiode (Februar)
und in der Sommerperiode (Juli) erforscht.
Die Ergebnisse meiner Forschungen. Im Sommer
betrug der Mittelwert der Schwankung der Körpertemperatur zwischen dem
Morgen und dem Abend beim Deutschen Schäferhund 0,352°C und die des
Labradors 0,346°C. Im Winter zeigten sich signifikante Unterschiede bei den
Hunden der untersuchten Rasse zwischen den Mittelwerten der Schwankungen der
Körpertemperaturen am Morgen und am Abend. Folgende Unterschiede konnten
festgestellt werden: Labrador 0,346°C ±0,01 (Р < 0,01), der Deutsche
Schäferhund - 0,536°C ±0,04 (Р < 0,01).
Der Labrador unterschied sich durch weniger
Schwankungen der Körpertemperatur, d.h. der Hund hatte die
größere Fähigkeit eine konstante Körpertemperatur bei
einer herabgesetzten Umwelttemperatur aufrechtzuerhalten, dies unterschied sich
von dem Deutschen Schäferhund, der dem Einfluss der Kälte mehr
unterworfen war. Folglich ist der Labrador dem Luftgehalt unter den Bedingungen
der häufigen Temperaturänderungen angepasst und kann
vorteilhafterweise in Freigehegen gehalten warden.
Nach der Analyse der Haarlänge in der
Sommerperiode steht der Labrador dem Deutschen Schäferhund um 143 mm
(Р<0,05) deutlich nach, was ein positives Adaptationsmerkmal ist, da die
Effektivität der Thermoregelung erhöht wird. Hingegen übertrafen
die Deutschen Schäferhunde in der Winterperiode die Haarlänge des
Labradors um 150 mm (Р<0,05). In Bezug auf die Haardichte hatten die
Labradore in der Winterperiode eine wesentlich größere Menge Haare
von der Einheit der Körperfläche auf 148,6 (27,7%, Р<0,01). So
wurde die kürzere Haardecke der Labradore durch eine größere
Dichte in der Winterperiode kompensiert, was der Charakteristik der Rasse, wie
das Haben eines doppelten Winterfells entspricht.
Die Basis für die Nutzung der dienstlichen
Hunde im kynologischen Dienst der Kraftstrukturen der Russischen
Föderation ist zu einem großen Teil die Schärfe ihres
Geruchssinns sowie die Fähigkeit zur genauen Differenzierung und der
Identifizierung verschiedener Gerüche. Es wurde festgellt, dass die
Hunderasse Labrador die Quelle des Geruchs schneller aufdecken als die des
Deutschen Schäferhunds. Es ist wahrscheinlich, dass die Überlegenheit
des Labradors über den Deutschen Schäferhund in der Zeit der
Objekterkennung von der höheren Geschwindigkeit der Fortbewegung bei der Witterung sowie einer hohen Suchaktivität der Tiere
bedingt ist.
Bei der Analyse des Einflusses der Jahreszeit
auf die olfaktorischen Fähigkeiten zeigen beide untersuchten Rassen die
Tendenz mehr Zeit zu brauchen um eine Geruchsquelle bei
erhöhter Lufttemperatur zu finden. Die Deutschen Schäferhunde
führten bei +18°C den Abruf der Sache für 17,3±0,68 mit
durch, Labrador haben dasselbe Ergebnis mit 3,65 Sekunden weniger erzielt. Bei der Erhöhung der Lufttemperatur bis zu + 28°C erhöhte sich die Zeit als Stichprobe die Sachen beim Deutschen
Schäferhund auf 16,8 Sekunden und beim Labrador auf 14,55 Sekunden.
In der Winterperiode wurde eine Rückkopplung
beobachtet: Je niedriger die Lufttemperatur wurde, desto mehr Zeit brauchten
die Hunde bei der Suche. Es ist möglich, dass das damit verbunden ist,
dass die Kälte die Luftteilchen abkühlt und der Hund deswegen
schwerer die Geruchsquelle finden kann. Die Labradore fanden den Gegenstand bei
einer Temperatur von -21°C um 3,9 Sekunden schneller, als der Deutsche
Schäferhund. Bei starker Kälte nahm die Zeit, die für die Suche
gebraucht wurde, mehr als das Doppelte zu. Dabei waren es bei den Deutschen
Schäferhunden 16 Sekunden mehr.
Das bedeutet, dass sich die Hunderasse Labrador
gut an Temperaturschwankungen angepasst hat, sie bleiben sehr aktiv bei der
Suche und erzielen auch gute Ergebnisse bei niedrigeren Temperaturen.