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Einige
Merkmale und Besonderheiten der Fachsprache
Die Kommunikation im Beruf gewinnt
in der letzten Zeit zunehmend an Bedeutung. Aber viele Betriebe beklagen immer
öfter mangelnde sprachliche und kommunikative Kompetenzen bei
Stellenbewerberinnen und -bewerbern. Welche Rolle spielt die Sprache in der
beruflichen Bildung und am Arbeitsplatz? Was versteht man unter Fachsprache?
Der Sprachwissenschaftler Dieter Möhn und Robert Pelka in ihrer Fachsprachen-Einführung (1984,
S. 26) definieren die Fachsprache folgenderweise: „Wir verstehen unter Fachsprache heute die
Variante der Gesamtsprache, die der Erkenntnis und begrifflichen Bestimmung fachspezifischer
Gegenstände sowie der Verständigung über sie dient und damit den
spezifischen kommunikativen Bedürfnissen im Fach allgemein Rechnung
trägt. Fachsprache ist primär an Fachleute gebunden, doch können
an ihr auch fachlich Interessierte teilhaben. Entsprechend der Vielzahl der
Fächer, die man mehr oder weniger exakt unterscheiden kann, ist die
Variante ‚Fachsprache‘ in zahlreichen mehr oder weniger exakt abgrenzbaren
Erscheinungsformen realisiert…“ Die Definition der Fachsprache von
Lothar Hoffmann lautet:„Fachsprache – das ist die Gesamtheit aller sprachlichen
Mittel, die in einem fachlich begrenzbaren Kommunikationsbereich verwendet
werden, um die Verständigung zwischen den in diesem Bereich tätigen
Menschen und die Popularisierung der fachlichen Inhalte sowie den
Kontakt zu bestimmten Nicht-Fachleuten zu gewährleisten.“ Wie wir
sehen die Fachsprache wird benötigt, um den kommunikativen
Bedürfnissen in unterschiedlichen Fächern „fachspezifisch“ gerecht
zu werden. Diese Bedürfnisse unterscheiden sich im Hinblick auf die
unterschiedlichen „Fächer“ sowohl in Bezug auf die Gegenstände und
Sachverhalte, über die geredet und geschrieben wird, als auch in Bezug auf
die Art und Weise der Verständigung. Die Differenzierung von Fächern
und ihren spezifischen Perspektiven auf fachspezifisch gewählte
Ausschnitte von Welt bedingt demnach eine Differenzierung auch von Fachsprachen.
Die fachsprachliche Kompetenz stellt ein ganz entscheidendes Ziel der Ausbildung
zur/zum jeweiligen Expertin/Experten dar: Man wird Expertin oder Experte in
einem Fach dadurch, dass man die fachspezifischen Gegenstände und Sachverhalte
mit fachspezifischem Erkenntnisziel mit fachspezifischen Methoden mithilfe von
Sprache in den Blick nimmt. Das heißt, man lernt im Lauf der Ausbildung
die fachspezifische Terminologie, aber auch fachspezifische Textsorten und
Diskursregeln rezeptiv kennen und selbst produktiv anzuwenden. Davon zeugen die
zahlreichen Fachwörterbücher, diverse Anleitungen zum Abfassen fachlicher
Texte.
Aber die
Fachsprache steht nicht als sprachlich selbstständiges System neben
der Allgemeinsprache. Vielmehr ist sie durch Differenzierung und Erweiterung
aus dieser hervorgegangen. Die Fachsprache hat eine häufigere Verwendung
von spezifischen sprachlichen Mitteln, indem man spezielle sprachliche
Anforderungen (Genauigkeit, Objektivität, etc.) benutzt, um die wissenschaftlichen
Gedanken auszudrücken. Die Wissenschaftler (genau die Gruppe von Menschen,
die die Fachsprache verwenden) wählen linguistische Ressourcen aus. Diese lexikalischen
und grammatischen Einheiten müssen die kommunikativen Anforderungen dieser
Gruppe von Menschen gerecht werden. Die grammatischen Konstruktionen, die in
Fachsprachen zu finden sind, zielen auf eine sachliche Darstellung der
Sachverhalte und auf Ausdrucksökonomie ab.
Damit stellt sich die Frage: Wie
werden die sprachlichen Mittel ausgewählt? Laut T. Roelke haben die
grammatischen Mittel der Fachsprache die folgenden grundlegenden Funktionen, um die Kommunikation zwischen den Fachleuten zu gewährleisten[2, S. 72]:
• Deutlichkeit - Bezug zur
Realität und die logische Folge von Anweisungen;
• Verständlichkeit-
Verhalten gegenüber dem Leser;
• Sprachökonomie – möglichst
geringer Aufwand bei der Kommunikation;
• Objektivität - Anonymität;
• Komplexität (als syntaktische
Funktion).
Alle Sprachmittel, die für Fachsprache spezifisch sind, drücken
diese Merkmale auf diese oder andere
Weise aus. Z.B. für den Ausdruck von Objektivität in der deutschen
Sprache werden abgeleitete Substantive aus anderen Teilen der Sprache benutzt,
oft in Verbindung mit Verben (z.B.: zum
Ausdruck bringen, zum Einsatz kommen, eine Zersetzung erfahren, etc.) In der
Fachsprache werden häufiger so genannte leere Verben verwendet,
während die semantische Belastung Substantive
tragen, die Verbalsubstantive sind [2, C.45]. In der theoretischen Wissenschaft werden häufig abstrakte
Substantive wie z.B. Eigenschaft, Bindung, Negativität etc., auch Passiv oder die Konstruktion «Modalverben +
Passiv»verwendet: Der Energiebegriff, der in der Mechanik entwickelt wurde,
kann in andere Gebiete der Physik
übertragen werden. Die Konstruktion «sich lassen + Inf.»: Alle Stoffe
lassen sich in Metalle und Nichtmetalle einteilen. Konstruktion «sein / haben ... zu + Inf.» (Jeder
Pflanzennährstoff hat bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Verschiedene Kulturpflanzen sind verschieden
zu düngen.) Diese Struktur hilft die Verwendung von subjektiv gefärbten
Strukturen mit Modalverben zu vermeiden. Um die Funktion von Eindeutigkeit widerspiegeln,
die ihren Ausdruck in den folgenden Sprachkonstruktionen findet: eine
große Anzahl von Adjektiven und Partizipien (die löslichen Stoffe, das
mechanische Wärmeequivalent usw.), zusammengesetzte Wörter (z.B.Kohlendioxid,
Betriebsführung, Wärmemenge, etc.), die Genetivobjekte (oder
gleichbedeutende Objekte mit dem Präposition "von" im Sinne des Genitivs) - die Bewegung der Teilchen, die
Regeln des Maschinenverhaltens, die Entwicklung der Wärmemenge, die
Wärmekapazität eines Körpers, Relativsätze, erweiterte Attribute und Partizipialattribut.
Es sei darauf hingewiesen, dass
sehr oft die gleiche (Syntax) Struktur einige oder alle der oben
aufgeführten Funktionen durchführen können. Diese Vielseitigkeit
der gleichen Sprachressourcen (lexikalischen und grammatikalischen Strukturen)
verursacht geringere Verwendung des letzteren im Deutschunterricht für
Schulungszwecke. Der Student muss das notwendige Minimum von linguistischen
Ressourcen für das Verständnis und die Darlegung besitzen. So an der
Spitze des Deutschunterrichts ist der
funktionale Ansatz, d.h. ist wichtiger es nicht zu behalten, sondern den Ablauf
der fachwissenschaftlichen Darlegung zu verstehen, die in einem speziellen
(wissenschaftlichen) Text den Charakter einer funktionalen und formalen Isomorphie
trägt.
Wenn der
gesamte Inhalt kann in verschiedenen Formen ausgedrückt werden, so können die Sprachformen, die für
eine spezielle Sprache typisch sind, von anderen, gleichbedeutenden syntaktischen
Strukturen ersetzt werden. Diese Fähigkeit ist die Grundlage für den
Einsatz im Unterricht der Transformationsübungen. Z.B.: Wenn man
Katalysatoren verwendet, wird die Reaktionsgeschwindigkeit beschleunigt →
Bei der Verwendung von Katalysatoren wird die Reaktionsgeschwindigkeit
beschleunigt. Man variiert die Strukturen, die dank der Transformationen
entstanden sind, oft in Fachtexten, um
Monotonie zu vermeiden.
Offensichtliche Beispiele sind Bedienungsanleitungen,
Forschungsarbeiten, Beschreibung der Technologie und anderen Arten von Texten
sowie allgemeinspezifische, fachorientierte und hoch spezialisierte Texte.
Eine der wichtigsten
Eigenschaften vom Text ist die Kohärenz, die sowohl auf der Ebene des
Wortschatzes als auch der Grammatik vorgesehen ist. In diesem Zusammenhang spielen
Konnektoren (Konjunktionen (und, aber, sondern, während usw.), alle
Pronomen (er, sie, es, ihm, dieser, was usw.), Pronominaladverbien (damit,
dadurch, dabei, wobei, wozu, etc.)), die die Sätze in eine
spezifische semantische Beziehung
zueinander setzen, bei der Arbeit mit dem Text wichtige Rolle, dabei entsteht
ein kohärenter,
zusammenhängender Text. Die Konnektoren versehen eine funktionale und
formale Kohärenz des Textes. Wenn also eine Fachsprache ein Sprachsystem
ist, das die Anforderungen der Kommunikation von Menschen in einem beruflichen
Bereich erfüllt, so
beschäftigt man im Unterricht mit den
Funktionen der Sprachmittel in der Wissenschaftssprache.
Der Lehrer hat eine schwierige Aufgabe, den Systemansatz
und den funktionalen Ansatz im Unterricht zum Ausgleich zu bringen. Eine der
Möglichkeiten ist die Arbeit an den wissenschaftlichen Texten, die die
Entwicklung von Transformationsübungen, die Übungen mit Konnektoren
und mit der Struktur des Textes und Übungen zum Annotierung der Fachtexte,
also die Schaffung der Sprachsituation beinhaltet. Solche Arbeit fördert einerseits
die Aufnahme von Sprachformen und andererseits entwickelt das logisch
diskursive Denken, das für die "Träger" einer Fachsprache charakteristisch
ist.
Ëèòåðàòóðà:
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